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Der Choba Choba Blog

5 Fragen an eine Kakaobäuerin und Mitbegründerin von Choba Choba

Autor Choba Choba
Pasiona-blog

Anlässlich des Weltfrauentags, möchten wir Euch eine Frau vorstellen, die eine zentrale Rolle bei der Chocolate Revolution spielt. Pasiona lebt schon seit  vielen Jahren im Alto Huayabamba und kann deswegen so Einiges darüber erzählen …

Ich heisse Pasiona Caballero Mendoza und lebe in Pucallpillo. Vor 40 Jahren verliess ich Lima, um mich hier niederzulassen. Lange Zeit bauten wir Koka an, so haben der Terror und Drogenhandel ihre Spuren im Leben von uns allen hinterlassen. Angesichts dieser entsetzlichen Lage, beschlossen wir, dem Koka-Anbau ein Ende zu setzen. NGOs kamen nach Alto Huayabamba und brachten den Kakao als Alternative zu Koka. Sie halfen uns auch, unseren Lebenswandel und unsere Arbeitsweise zu ändern. So begannen wir, Kakao anzubauen und tun das bis heute. Aber ich muss sagen, diese Umstellung war nicht einfach und wir haben sehr harte Zeiten durchgemacht.

Mit Choba Choba hat sich nochmals vieles für uns verändert: Nun sind wir Miteigentümer einer internationalen Schokoladenmarke. Das ist ein grosser Schritt für uns und ein enormer Erfolg! Wir schätzen uns sehr glücklich, Hand in Hand mit Kunden aus anderen Ländern zusammenzuarbeiten und gemeinsam das Schokoladengeschäft zu verändern.

Was erwartest du und die anderen Frauen von Choba Choba? Wird das Projekt euch stärken?

Auf jeden Fall! Mit Choba Choba erreichen wir mit unserem Produkt sicherlich mehr Menschen, insbesondere ausserhalb Perus. Es war schon immer unser Traum, dass unser Produkt mehr an Bekanntheit auch ausserhalb der Region gewinnt und erfolgreich ist.

Mit Choba Choba haben wir die Möglichkeit wirklich zu wachsen und deswegen ist das Projekt so bedeutend für uns.

Welche Arbeit verrichten die Frauen hier im Alto Huayabamba?

Als wir Koka anbauten, haben wir Frauen überall mit angepackt, sei es auf den Feldern bei der Ernte oder Zuhause bei der täglichen Hausarbeit. Wir haben jede Art von Arbeit gemacht! Heute, mit dem Kakaoanbau, arbeiten wir weiterhin in den Feldern und im Haus. Ja, man kann wohl sagen, dass wir Frauen doppelt so viel Arbeit leisten. Abgesehen davon sind viele von uns auch in verschiedenen Verbänden aktiv.

Es gibt einen starken Zusammenhalt zwischen den Frauen hier. Wie organisiert ihr euch?

Mit sieben Frauen aus Pucallpillo haben wir ein „Unternehmerinnen-Komitee“ gegründet. Dank dieser Organisation konnten wir unsere Produkte etwas mehr aufwerten, denn wir verkaufen nicht nur Kakaobohnen, sondern auch hausgemachte Schokoladenprodukte, mit denen wir unsere Familie finanziell zusätzlich unterstützen können. Wir mahlen die Kakaobohnen von Hand und vermischen sie mit Kornmehl zu einem Pulver, das wir „chocomais“ nennen. Daraus können wir anschliessend ein nahrhaftes Getränk für Kinder und Erwachsene zubereiten. Wir stellen auch Schokoladenbonbons her. Alle unsere Produkte machen wir aus unserem eigenen Kakao. Wir verkaufen unsere Produkte dann auf lokalen Märkten und sogar in anderen Regionen Perus. Das ist ein Beispiel, wie wir Frauen hier zusammenhalten.

Arbeitet ihr auch mit anderen Frauen im Alto Huayabamba zusammen?

Ja, so zum Beispiel wir mit anderen Frauenverbänden hier im Tal. Im Dorf Huicungo gibt es einen weiteren Frauenverband, der ein sehr ähnliches Produkt aus Kakao und Reismehl herstellt. Sie nennen es „chocoarroz“. In Santa Rosa mischen die Frauen Weizenmehl zum Kakaopulver hinzu und machen daraus „chocotrigo“. Und in der Gemeinde Dos de Mayo machen sie „chocoplatano“ aus Kakao und Kochbananen. Indem wir zusammenarbeiten, können wir eine grössere Palette an Produkten anbieten. Dann fahren wir mit den vier verschiedenen Organisationen zu den Märkten zusammen und verkaufen unsere Produkte. Und so arbeiten wir zusammen.

Ich finde solche Organisationen sehr wichtig, weil sie uns einen grossen Nutzen bringen. Dank ihnen sind wir erfolgreicher. Und je enger wir zusammenarbeiten, desto mehr Wirkung haben wir!

Was möchtest du anderen Frauen an diesem besonderen Tag sagen?

Ich wünsche allen Frauen in Peru und auf der ganzen Welt einen wundervollen Tag heute! Mögen sie viel Erfolg bei all ihren Plänen haben und weiter vorankommen!

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Pasiona, Choba Choba Kakaobäuerin und Mitbegründerin, Namenspatronin unserer 64% Schokoladentafel „Pasiona“