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Der Choba Choba Blog

Auf der Suche nach Alto Huayabambas „Gold“

Avatar Autor Choba Choba
Nativo Project Catalogue

Sechs Monate habe ich dieses Jahr im Alto Huayabamba verbracht. Meine Aufgabe war es, die verschiedenen Bäume der lokalen Kakaosorten auf den Fincas der Choba Choba Bauern genaustens zu untersuchen, um einen detaillierten Katalog der diversen Sorten, welche hier im Tal anzutreffen sind, zu erstellen – den „Nativo Project Catalogue“.

Zu Beginn meiner Arbeit nahmen wir an, dass rund 40-50 unterschiedliche lokale Kakaobäume auf den Feldern der Bauern wachsen. Mittlerweile zähen wir bereits 81 (!) unterschiedliche Kakaosorten in den Gemeinden Pucallpillo und Santa Rosa. Und die Suche geht weiter… Die Charakterisierung und morphologische Beschreibung dieser Varietäten ist der erste Schritt zu ihrer Erhaltung. Damit können wir ihre genetische Vielfalt und Ressourcen ermitteln und schützen. Monatelang war ich zusammen mit Jimy und den Kakaobauern auf ihren Fincas unterwegs, untersuchte minutiös jeden einzelnen Kakaobaum hin auf sehr spezifische Kriterien.

Zu Beginn dokumentierte ich die genaue Lage jedes einzelnen Kakaobaumes, sein Alter und Höhe. Anschliessend beschrieb ich bis ins Detail seine Blüten, Samen und Früchte und untersuchte seine Produktivität und Resistenz gegenüber Krankheiten. Der spannendste Teil war die Degustation der Früchte und ihre organoleptische Prüfung. Zusammen mit den Kakaobauern dokumentierten wir, ob das Fruchtfleisch blumig oder fruchtig riecht, ob es zudem süss oder säuerlich schmeckt und ob der Kern bitter oder adstringent ist. Die äusserlichen aber auch geschmacklichen Unterschiede zwischen den Früchten der diversen Kakaobäume könnten nicht grösser sein!

Mit dem Nativo Project Catalogue hat Choba Choba jetzt eine vollständige und sehr genaue Übersicht über die verschiedenen lokalen Kakaobäume auf den Fincas von Pucallpillo und Santa Rosa. Nun kann eine Saatgutbank mit Samen all dieser Kakaos sowie ein Garten zur Züchtung und Erhaltung dieser wertvollen Kakaos angelegt werden. In Zukunft können die Choba Choba Kakaobauern die interessantesten Sorten dort entnehmen und weiter anbauen, um noch mehr von selten und ursprünglichen Sorten ihres Tals zu produzieren.

Neben der Feldarbeit zur Erstellung des Nativo Project Catalogue haben wir dieses Jahr auch angefangen, mit internationalen Expertenorganisationen wie dem Centro de Innovación del Cacao (CIC) und Bioversity zusammenzuarbeiten. Das CIC analysiert derzeit zwanzig Proben dieser lokaler Kakaosorten. Ende des Jahres werden wir das Rätsel nach dem genetischen Ursprung dieser ersten zwanzig Varietäten lösen. Bioversity wiederum untersucht, wie sich die Kakaobauern in Pucallpillo und Santa Rosa die Besonderheiten ihrer ursprünglichen Kakaos (z.B. ihre Resistenz) zunutze machen können.

Ich schätze mich sehr glücklich, mit diesen Kakaos arbeiten und sie auch probieren zu dürfen – schliesslich gehören sie zu den besten der Welt! Der Nativo Project Catalogue ist nun fertig, die Arbeit daran war ein enormes Unternehmen. Täglich hatte ich das Gefühl, im Alto Huayabamba nach Gold zu suchen. Und das alles mit dem Ziel, die wirklich ursprünglichen Kakaos Nativos des Alto Hauyabamba Tals zu entdecken und Geniessern den feinsten Kakao für ihre Schokolade zu bieten.