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The Choba Choba Blog

Interview mit ProSpecieRara

Avatar Written by Choba Choba
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Steht Choba Choba auf dem Schlauch? Nein. Mit Absicht haben wir Béla Bartha, dem Geschäftsführer von ProSpecieRara, ein paar naive Fragen gestellt. So hat er noch einmal ganz klar erklärt, warum Artenvielfalt unverzichtbar für uns ist…

Biodiversität: “Der Stärkere setzt sich durch”, ist doch ein elementares Naturgesetz. Warum sich also um die Artenvielfalt sorgen?

Es ist eine sehr wichtige kulturelle Errungenschaft unserer aufgeklärten Gesellschaft, dass wir uns auch um die Schwächsten in unserem Umfeld kümmern. Sie unterscheidet uns vom so genannten «survival-of-the-fittest»-Prinzip das scheinbar in der wilden Natur vorherrschen soll.
Bei unseren Nahrungspflanzen sprechen wir ja von „Kultur“pflanzen und damit sollte schon klar werden, dass es sich hier um eine andere Kategorie von Pflanzen handelt, die eben nicht zufällig in der Natur unter rein natürlichen Bedingungen entstanden sind, sondern das Resultat gezielter menschlicher Eingriffe wie dem Ackerbau und der Selektion sind. Selektionieren – also auswählen – kann man nur dort wo Auswahlmöglichkeiten geboten werden.
Sorgen müssen wir uns also deshalb machen, weil die Möglichkeit zur Auswahl durch den Verlust der Artenvielfalt immer weniger gegeben ist und wir damit in Zukunft immer schlechter auf die sich stets verändernden Umweltbedingungen reagieren können.

Nahrung: Warum sollte es uns wichtig sein, dass unsere Nutzpflanzen nicht alle gleich und standardisiert sind?

Wir Menschen sind auch nicht alle gleich. Wir leben in verschiedenen Gesellschaften, verschiedenen Klimazonen, haben verschiedene traditionelle Gewohnheiten etc. Standardisierte Produkte gehen davon aus, dass wir uns alle in denselben Lebensbedingungen bewegen und alle dieselben Bedürfnisse und Ansprüche an die Kulturpflanzen wie beispielsweise den Geschmack, die Konsistenz oder die Kocheigenschaft haben. Das ist glücklicherweise nicht der Fall.

Vision: ProSpecieRara ist überwiegend in der Schweiz aktiv; das Nativo Projekt wird sich zum grössten Teil im Dschungel Perus abspielen – was verbindet also diese zwei Initiativen?

Das Projekt hat drei für ProSpecieRara sehr wichtige Prinzipien verstanden und versucht diese in den Projektverlauf einzubeziehen.
Erstens: Der Geschmack eines natürlichen Produktes fängt bereits bei der Auswahl der Sorte an. Deshalb verwenden Choba Choba für ihre verschiedenen Schokolade-Produkte auch verschiedene Kakao-Sorten und nicht nur verschiedene Rezepte mit einmal mehr und einmal weniger Zucker…
Zweitens: Welche Sorten sie schliesslich für die Produktion auswählen ist immer eine Momentan-Entscheidung und schon morgen können völlig andere Eigenschaften von Sorten gefragt sein und dann zu einer anderen Auswahl von Sorten führen. Damit man sich diese Wahlmöglichkeit erhält, hat das Projekt die Erhaltung auch derjenigen Sorten in das Projekt integriert, die für die jetzigen Schokoladen nicht ausgewählt worden sind. Dieses Vorgehen ist wirklich nachhaltig und verantwortungsvoll.
Drittens: Indem man die Erhaltung der Sortenvielfalt vor Ort fördert, ermöglicht man den Bauern jederzeit und auch in Zukunft den freien Zugang zu ihren eigenen genetischen Ressourcen. Damit erhalten diese sich die Autonomie über ihre Sorten und das Pflanzgut und geraten nicht in die unglückliche Abhängigkeit einiger weniger saatgutproduzierender Grosskonzerne.

Diese drei Grundprinzipien decken sich zu 100% mit den Kernaufgaben unserer Stiftung ganz unabhängig davon wo das Projekt nun umgesetzt wird und deshalb erachten wir das Projekt für sehr unterstützungswürdig.